Montag, 29. Juni 2009

3. steirisch-burgenländische Weinfreundschaft

Am letzten Freitag und Samstag lud das Grazer Casino zur 3. Steirisch-Burgenländischen Weinfreundschaft ein. Dieses Event entwickelt sich offenbar zum Ersatz für die Salonweinverkostung, da deren Veranstalter nun seit zwei Jahren die Grazer links liegenlassen, um sich laut Organisatoren, vermehrt um die von den Weinregionen weiter entfernten Bürger im Westen Österreichs zu bemühen. Ob dies das richtige Konzept ist, mag jeder für sich entscheiden. Aber es sei zu bedenken, dass nur ein Bruchteil der Weine beim Salon aus der Steiermark kommt, und die meisten Gäste in Graz kamen wohl vor allem deshalb zur Salon-Verkostung, um auch die Winzer der anderen Regionen besser kennen zu lernen.

Zurück zum eigentlichen Event, welches wir am Freitag besuchten. Folgende Winzer waren an diesem Tag anwesend:

Burgenland: Gager; Reumann J.M.; Kirnbauer; Heinrich J.; Giefing; Paul Kerschbaum; Prieler; Umathum/Zantho; Weber (Lutzmannsburg)

Steiermark: Dreisiebner-Stammhaus; Frauwallner; Koller; Frühwirth; Reiterer; Silberberg; Tement; Winkler-Hermaden

Nachdem ich die steirischen Vertreter bereits besser kenne und zum Teil auf der Jahrgangspräsentation der steirischen Weine bereits verkostet haben, hab ich vor allem die burgenländischen Roten verkostet. Die meisten Winzer hatten bereits ihre 2007er Weine dabei, welche oftmals gerade 1-2 Wochen vorher gefüllt wurden. Entsprechend unrund wirkten manche Weine noch. Schlechtes war kaum dabei, ganz im Gegenteil. Negativ aufgefallen sind nur einige Rotweine von Umathum/Zantho, welche deutliche Oxidationsnoten aufwiesen. Positiv, vor allem was das PLV angeht, fiel das Weingut Weber auf, wobei hier die meisten Weine auch gereiftere 2006er waren. Sicherlich ein Vorteil in einer solchen Verkostung.

Nun zu den einzelnen Winzern. Vorweg noch die wenigen verkosteten steirischen Weine:

Weingut Dreisiebner-Stammhaus:

SB Hochsulz 2008: süß-fruchtige, offene Nase. Am Gaumen herb, noch mit leichter Bitternote vom Holz, sehr füllig und vielschichtig. Braucht noch etwas Zeit auf der Flasche, sollte sich aber gut entwickeln. Ca. 12€ – 90 Punkte

Weingut Frühwirth:

Chardonnay Rosenberg 2008: In der Nase stark nach Erbsen, krautig; Am Gaumen unreif vegetabil, metallisch und unsauber. Gefällt nicht. Ca. €7,50 – 78 Punkte

SB Klassik 2008: Leicht und frisch, sehr floral: Hollerblüten, zum jung trinken. – 86 Punkte

Winkler-Hermaden:

SB Kirchleiten 2007: sehr verhaltene Nase, süßlich und üppig am Gaumen, etwas breit und etwas holzlastig. Wirkt nicht ganz harmonisch und sollte vielleicht noch etwas liegen – 87-88 Punkte

Hermada 2006: Cuvée aus Zweigelt/CS/Merlot. Herb, vegetabil, tabakig, derzeit wenig Frucht und viel Tannin. Vegetabiler Nachgeschmack. Die Stilistik muss man mögen. – 87-88 Punkte

Olivin 2006: seltsame Nase. Ausgesprochen grün-vegetabil am Gaumen. Sehr herb und tanninlastig. Derzeit ohne jede Balance. Hat mir schon auf der Jahrgansverkostung nicht wirklich gefallen. Diesmal noch weniger. Angesichts der hohen Bewertungen der österreichischen Profi-Verkoster ist dies wohl einfach nicht mein Stil. – 83 Punkte

Nun zum Burgenland:

Weingut Gager:

BF Fabian 2007: Nase penetrant nach Kuhmist. Am Gaumen eher leichtgewichtig, saftig, würzig, aber etwas breit und ohne individuelle Note. Durchaus Tannin vorhanden, das noch auf der Flasche reifen kann. – 86 Punkte

BF Vitikult 2007: Ebenfalls leichter Stinker in der Nase. Am Gaumen leicht, elegant, würzig und saftig, schöne Frische und Harmonie. Gelungen. – 88 Punkte

Quattro 2007: Sehr würzige und pfeffrige Nase. Am Gaumen saftige Fülle, mit viel geschmeidigen Tanninen, würzig und mit einer feinen Zwetschkennote. Gutes Potential. – 88-90 Punkte

Weingut Reumann J.M.:

BF Fabian 2007: leicht erdige, aber eher zurückhaltende Nase. Am Gaumen leichtgewichtig und frisch strukturiert, mit einer erdigen Note und dezenter Holzwürze untermalt. Gut. – 87-88+ Punkte

Phoenix 2006: Saftig, frisch und elegant; mit reifem, aber markantem Tannin. Leider im Nachgeschmack doch etwas verflachend. – 88 Punkte

Vinum sine nomine 2006: 95% Merlot, 5% CS; Saftig, mit gut eingebundener eleganter Holzwürze, weich und geschliffen, feines Tannin. Ein sehr guter österr. Merlot. – 89-90 Punkte

Weingut Kirnbauer:

BF Klassik 2007: Weich und süffig, ohne besondere Komplexität. Trinkreif. – 86 Punkte

BF Vitikult 2006: Tabakig-erdige Nase, aber am Gaumen fruchtig und sauber. Frisch, lebendige Säure, leichte Holzwürze. – 87 Punkte

Zweigelt Girmer 2007: etwas nichtssagende Stilistik, leichte Holzwürze, keine klar definierbare Frucht, durchaus Tannin, derzeit unausgewogen – 86 Punkte

Das Phantom 2007: würzig, füllig, pfeffrig, etwas hervorstechender Alkohol, noch viel rauhes Tannin. Braucht Zeit. Dürfte sehr gut werden. – 90 Punkte

Merlot 2006: geschmeidig, eher saftige Stilistik, würzig, leicht dominantes Holz, etwas herb im Nachgeschmack. – 88 Punkte

Weingut J. Heinrich:

BF Vitikult 2007: würzig, gefällig, harmonisch, feine und frische Kirschenfrucht mit eleganter Holznote untermalt. Sehr fein für den Preis. – 88-90 Punkte

Maestro 2007: In der Nase Kirschen und Zwetschken, Ein Hauch von Extrawurst. Am Gaumen eher wenig Gewicht, saftige Stilistik, sehr geschmeidig, recht wenig Tanninstruktur. Ein bisschen langweilig in der Aromatik. Eher was zum jung trinken. Mir gefällt der Vitikult da deutlich besser. – 87 Punkte

BF Goldberg Reserve 2007: dicht und saftig, mit toller Fülle, eleganter Tanninstruktur und präziser Frucht. Noch sehr viel Tannin und etwas dominanter Alkohol, aber in 3 Jahren vermutlich klasse. – 91 Punkte

Pinot Noir „Weißes Kreuz“ 2007: Kaffeenoten in der Nase. Am Gaumen sanft und geschmeidig, sehr elegant, passende erdige Note, bereits harmonisch und nicht ganz das Potential des PN von Prieler. Derzeit jedoch angenehmer zu trinken. – 89-90 Punkte

Terra’o’ 2007: erst heute gefüllt; Saftig und frisch, mit toller eleganter Holzwürze und präziser Brombeerfurcht. Fein. – 90 Punkte

Weingut Giefing:

Cavallo Pinot Noir 2006: leichtgewichtig, würzig und elegant, mit noch etwas fordernden Tanninen. – 88 Punkte

BF Reserve 2006: Schöne Blaufränkischfrucht mit Zwetschken und Brombeeren, saftig, verspielt, mit eleganter Holznote, sehr fein. – 90 Punkte

Weingut Paul Kerschbaum:

BF Hochäcker 2007: würzige noch holzbetonte Nase. Am Gaumen frische Weichselfrucht, leicht, würzig, noch etwas viel Holz, sehr frische, lebendige Stilistik, Durchaus Reifepotential. – 88 Punkte

BF Dürrau 2007: sehr alkoholische Nase, dahinter derzeit viel Holz, rauchig. Am Gaumen scharf und etwas brennend, saftig, leicht bis mittelgewichtig, reichlich Tannin. Derzeit sehr unharmonisch (allerdings auch frisch gefüllt). – 86 Punkte

Impressario 2007: Mundfüllend, würzig, fein eingebundenes Holz, schöne Schokonote, Viel Tannin und eine gewisse Herbe, dennoch frisch und saftig. Dürfte mit etwas Flaschenreife sehr gut werden. – 89-91 Punkte

Weingut Prieler:

Leithaberg 2006: würzig, tolle Fülle, sehr herb, dennoch elegant und frisch. Komplexe Aromatik beginnt sich zu entwickeln. Derzeit sehr forderndes Tannin. Großes Potential, aber vorerst am besten 3-5 Jahre im Keller „vergessen“. – 91 Punkte

Schützner Stein 2006: Intensive Zwetschkenfrucht in der Nase. Ausgesprochen elegant, saftig und würzig am Gaumen. Massig Tannin. Auch hier gilt 3-5 Jahre Lagerung Pflicht. – 91 Punkte

Pinot Noir 2006: Saftig, erdig, schokoladig, mit tabakigen Anklängen und schöner Holzwürze. Wow, wirklich tolle Komplexität. Derzeit jedoch auch eine Wand an Tannin. Nichts zum jung trinken. Tolles Potential. In 3-5 Jahren frühestens trinken. – 91 Punkte

Weingut Umathum/Zantho:

Zantho Zweigelt Reserve 2006: Stark oxidiert. Auch die zweite Flasche. Laut Standbetreuern, gab’s bei diesem Wein Probleme mit der Schwefelung. Das erklärt vielleicht auch die schlechten Bewertungen in Cellartracker, die so gar nicht zu den Lobeshymnen des Falstaff passen. Wer noch was hat, dringend austrinken oder wegschütten! – 60 Punkte

Umathum Heideboden 2007: saftig, frisch und leicht. Durchaus elegant. Etwas herb im Nachhall. – 87 Punkte

Umathum Hallebühl 2004: Leicht oxidative gereifte Zweigeltnote. Auch am Gaumen bereits oxodativ. Schade, der Wein dürfte mal sehr gut gewesen sein. Ausgesprochen füllig und komplex. Selbes Problem wie beim Zantho-Wein? – 84 Punkte

Weingut Weber (Lutzmannsburg):

BF Sonnberg DAC 2007: fruchtig frische Kirsch-Nase. Am Gaumen säurebetont, frisch und fruchtig, edle Holzwürze und saftige Kirschfrucht. Ein spaßiger Wein zum jungen Genuss. – 87-88

Composée 2006: frisch und würzig, mit präziser Säure, lebendig strukturiert, weich und rund, saftige Kirschfrucht, dezent eingesetzte Holznote. Schöner Trinkspaß. Bereits trinkreif. Um €8,50 ein tolles PLV und eine Empfehlung für all,e die Wein nicht groß lagern wollen/können. – 88-89 Punkte

Villa Nomine Lusmann 2006: Dunkle Beeren und schöne Würze in der Nase. Am Gaumen frisch und lebendig strukturiert, mit präziser Säure und reichlich Tannin. Gutes Potential. – 89 Punkte

Avus 2006: sehr dunkle Farbe. Elegante dunkelbeerige Brombeernase mit Kaffee und Schokonoten. Am Gaumen ungemein geschmeidig, stoffig, frisch und toll eingebundene Holzwürze. Sehr elegante Tanninstruktur. Großes Potential. – 91-92 Punkte

Donnerstag, 18. Juni 2009

Bordeaux 2006/07 - wer kauft die Weine?

Wie schon vor einigen Wochen spekuliert wurde, hat der Weinhandel mit den Bordeaux-Weinen aus 2006 und 2007 derzeit seine liebe Not. Nach dem Primeruverkauf der im Vergleich günstigen und gut bewerteten 2008er, stehen die überteuert eingekauften Weine aus 2006/07 nun als Ladenhüter im Regal. Bei Wein&Co hat man nun reagiert und vesucht zumindest die verbliebenen 2006er loszuwerden, indem sie zum En-Primeur-Preis verkauft werden. Billig sind die meisten damit zwar noch immer nicht, aber zumindest sind die Weine schon zahlreich verkostet worden, und das auch nachdem sie auf die Flasche gefüllt wurden. Es kauft also keiner mehr die Katze im Sack, wie dies bei einer Subskription basierend auf Verkostungen von unfertigen Fassproben ja nunmal der Fall ist. Wer also lieber auf Nummer Sicher gehen will, und wen die Preise nicht ohnehin abschrecken, der kann hier bei Wein&Co das aktuelle Sortiment an 2006er-Bordeaux finden. Ein paar interessante Weine sind schon dabei.

Eine grobe Bewertungsübersicht der Weine (ohne Beschreibung) liefert BordOverview

Verkostungsnotizen Mai & Juni

Österreich - WEISS:

Wohlmuth Pinot Gris Gola 2007 - Süd-Steiermark, ca. €8,00
Sehr offene Aromatik in der Nase: Orangenschalen, Zitrone, Birne. Ähnliche Aromatik am Gaumen, wo der Wein sich üppig und kräftig (13,5% Alc.) zeigt. Durch die gute Säure wirk er jedoch nicht übertrieben schwer. Schöner Sortencharackter, aber es fehlt ein wenig an Balance, Frische und Harmonie. Dafür durchaus noch mit etwas Lagerpotenzial. Trinkreife: Jetzt bis 2011. - 87 Punkte

Rücker Grüner Veltliner Halblehen 2007 - Weinviertel, va. €7,50
Gelbe Äpfel dominieren Geruch und Geschmack, mit einem Hauch Zitrusfrucht und Mineralität am Gaumen. Mittelgewichtig und frisch strukturiert. Ohne besondere Komplexität. Aber ein sehr feiner Essensbegleiter. Trinkreif. - 87 Punkte

Rabl Riesling Vinum Optimum 2007 - Kamptal, €8.00 (Merkur)
Gelbe Äpfel, Marillen, Zitrusnoten und eine schöne blumige Note zeigen sich in der Nase. Am Gaumen vor allem süße Marillen und eine leichte mineralische Note. Wunderbar intensiv und dennoch von einer frischen Säure getragen. Ingesamt kräftig, aber sehr harmonisch und süffig. Ein Riesling, der ausgesprochen zugänglich und fruchtig ist und auch Nicht-Riesling-Trinkern gefallen dürfte. Tolles PLV. Trinkreif + 2 Jahre. - 89 Punkte

Weinbauschule Silberberg Sauvignon Blanc Meletin 2007 - Südsteiermark; €9,50 ab Hof
Bio-Wein. Honig, Apfel und eine Heunote in der Nase. Am Gaumen extrem kräftig, fast ölige Konsistenz, mit Apfelfrucht, Honig und einer leichten Süße. Evtl. auch leichte Botrytisnote? Recht alkoholisch (13,5%) und schwer, kein typscher frischer Klassikwein. Trotzdem sehr interessant und ausdrucksstark. Sollte auch etwas lagern können. Trinkreif + 2 Jahre. - 88 Punkte

Branigg Sauvignon Blanc 2007 - Südsteiermark; ca €7,50 (Interspar)
Typische Katzenpisse, Limetten und Gras in der Nase. Am Gaumen frisch strukturiert, sehr grasig, Limetten, Grapefruit, recht dicht und leicht mineralisch im Nachhall. Eleganter aber etwas reservierter Esensbegleiter. Fairer Preis. Trinkreif. - 86 Punkte

Österreich - ROT:

Andreas Neubauer Syrah 2004 - Mittelburgenland, ca. €7,50
Auch dieser Wein des Weingutes Neubauer konnte nicht überzeugen. Durchscheinend und granatrote Farbe. Sauerkirschen, Erdbeeren und eine leichte Gumminote in der Nase. Am Gaumen enorm säurebetont, mit für Syrah ungewöhnlichen Sauerkischen- und Zitrusnoten und einer feinen Holzwürze. Dünn und kurz im Nachhall mit leichter Karamellnote. Hat seinen Zenit wohl schon hinter sich und das Traubenmaterial dürfte wohl auch nicht ganz reif gewesen sein. Vielleicht auch durch Regen verwässert? Die beißende Säure stört den Trinkspaß auf jeden Fall erheblich. - 78 Punkte

Grenzlandhof Reumann Blaufränkisch Riede Hochbaum 2005 - Mittelburgenland; ca. 10€ (Interspar)
Tief dunkel gefärbt. Eher ein Stinkerl in der Nase: feuchter Waldboden, nasse Asche, Sauerkirschen, Zwetschken. Am Gaumen eher schlank und saftig, würzig und rauchig, zurückhaltende Sauerkirsch und Zwetschkenfrucht. Etwas trocknende Tannine und elegante Holznote. Ein ernster, strukturierter Wein, der nicht vor Frucht strotzt. Typischer Ausdruck der kühlen Witterung 2005. Guter Essensbegleiter. Trinkreif + 2-3 Jahre. - 87-88 Punkte

Platzer St. Laurent 2005 - Südoststeiermark
Dunkelfarbiger St. Laurent mit feuchtem Waldboden, Erdbeeren, dunklen Kirschen, Lakritz und einer leicht chemischen Note in der Nase. Am Gaumen leichtgewichtig, samtige bis sahnige Konsistenz und sehr hohe Säure. Erdbeer-, Blaubeer- und Kirschen-Mix und erdig-ledrige wie auch schokoladige Aromen. Kurzer Nachhall. Insgesamt ein wenig zu säurebetont und rustikal. Austrinken. - 83 Punkte

Erich Pittnauer Mythos Pannonia 2005 - Neusiedlersee, Gols; ca. €8,50 ab Hof
Diese Cuvée aus Zweigelt, Cabernet Savignon und Merlot strotz vor Farbe und zeigt eine fast Port-artig anmutende Nase mit eingekochten roten Fruchten, Kräuterwürze, Speck und Stallaromen. Am Gaumen ungemein dicht und strukturiert mit süßen dunklen Früchten, Zwetschken, Schokokuchen (Sacher Torte?), Teer und Ziggarrenrauch. Etwas störende Süße am Gaumen (nur Fruchtsüße oder doch etwas Restzucker?). Perfekt eingebautes Holz und beeindruckende Länge im Nachhall. Im Kontext der kühlen Witterung 2005 ist dies ein sensationell reifer und dichter Wein. Vielleicht etwas zu extrahiert und süßlich, daher eher ein Solowein als ein Essensbegleiter, aber tolles PLV. Aufgrund der perfekten Säure und der reifen, aber markanten Tannine sollte dieser Wein auch noch 5-7 Jahre reifen können. Man darf gespannt sein... - 88+ Punkte

Kopfensteiner Blauburger 2006 - Südburgenland; ca €5,00 ab Hof
Leichter Korkfehler, daher schwer zu beurteilen. Etwas rustikale, chemische Nase. Sehr säurebetonte Frucht von Kirschen, Himbeeren und Steinobst. Fast wie Fruchtsaft. Auch eine florale Note, die eher an Weißweine erinnert. Insgesamt leichtgewichtiger, erfrischend säuerlicher Fruchtcocktail. Sauber gemacht, aber wenig spannend. - 83 Punkte

Ausland - WEISS:

Weingut JL Wolf Wachenheimer Gerümpel Riesling Spätlese trocken 2006 - Pfalz; ca €10
Leichtgwichtig und elegant. Erfrischende Säure, schöne Mineralität, leicht floral und zitronig. Sehr schöner frischer und stimmiger Sommerwein, aber nicht allzu komplex. Trinkreif. - 87 Punkte


AUSLAND - ROT:

Pinino Rosso di Montalcino 2004 - Toskana, bei Wein&Co ca. €10
Durscheinendes Granatrot. In der Nase zeigt dieser Rosso die Montalcino aus dem sehr guten Jahrgang 2004 eine etwas rustikale Sauerkirschen Aromatik. Am Gaumen erstaunlich tanninbetont für einen Rosso. Die Sauerkirschenfrucht tut ihr bestes um gegen die reifen Tannine, die markante Holznote (slawonische Barrique) und den Alkohol anzukommen. Derzeit wirkt das ganze ein wenig unharmonisch und trocknend.
Vielleicht nur eine vorübergehende verschlossene Phase. Mit etwas Glück findet sich der Wein in 1-2 Jahren, dann könnte dies ein sehr feiner Mini-Brunello sein. Derzeit unbedingt zu einem deftigen Essen servieren. Beste Trinkphase 2010-2012. - 87+ Punkte

Cantine Due Palme, Selvarossa Riserva 2004 - Apulien, Salice Salentino; ca. 9-10€ (Wein&Co)
Mehrfach augezeichneter Rotwein (u.a 3 Gläser Gambero Rosso) aus einer riesigen Genossenschaftskellerei in Süditaliens Apulien. Tolle Farbintesität. Intensiver süßlicher dunkler Fruchtcocktail mit Lakritznote in der Nase. Auch am Gaumen viel süße Frucht mit einer Coca Cola Note. Saftig, dicht und ausdrucksstark. Sehr samtiger Eindruck, doch mit gutem reifen Tanningerüst. Mir ist die Fruchtsüße etwas zu viel des guten. Eignet sich aufgrund dessen meiner Meinung nach nur schwer als Essensbegleiter (außer vielleicht zu Ente). Eher ein Solowein. Trotzdem ein sehr ansprechender Wein zu einem tollen Preis. Trinkreif + 3 Jahre - 88 Punkte

Azagador La Mancha Reserva 2002 - La Mancha; ca. €9-€10 (Wein&Co)
Spanische Cuvée aus je 1/3 Tempranillo, Cabernet und Merlot von einer modernen Kellerei in La Mancha. Schöne holzwürzige Zwetschken und Rum-Note in der Nase. Am Gaumen ausgesprochen saftig, frisch, elegant und mit expressiver Kirschen-Frucht. Stark vanillig und würzig vom Holzausbau, aber dennoch perfekt eingebunden und stimmig. Noch keinerlei Alterserscheinungen erkennbar, aber kein weiteres Potential mehr. Trinkreif. Auch die weniger lang im Holz gereifte Crianza Version ist sehr empfehlenswert! - 88 Punkte