Zurück zum eigentlichen Event, welches wir am Freitag besuchten. Folgende Winzer waren an diesem Tag anwesend:
Burgenland: Gager; Reumann J.M.; Kirnbauer; Heinrich J.; Giefing; Paul Kerschbaum; Prieler; Umathum/Zantho; Weber (Lutzmannsburg)
Steiermark: Dreisiebner-Stammhaus; Frauwallner; Koller; Frühwirth; Reiterer; Silberberg; Tement; Winkler-Hermaden
Nachdem ich die steirischen Vertreter bereits besser kenne und zum Teil auf der Jahrgangspräsentation der steirischen Weine bereits verkostet haben, hab ich vor allem die burgenländischen Roten verkostet. Die meisten Winzer hatten bereits ihre 2007er Weine dabei, welche oftmals gerade 1-2 Wochen vorher gefüllt wurden. Entsprechend unrund wirkten manche Weine noch. Schlechtes war kaum dabei, ganz im Gegenteil. Negativ aufgefallen sind nur einige Rotweine von Umathum/Zantho, welche deutliche Oxidationsnoten aufwiesen. Positiv, vor allem was das PLV angeht, fiel das Weingut Weber auf, wobei hier die meisten Weine auch gereiftere 2006er waren. Sicherlich ein Vorteil in einer solchen Verkostung.
Nun zu den einzelnen Winzern. Vorweg noch die wenigen verkosteten steirischen Weine:
Weingut Dreisiebner-Stammhaus:
SB Hochsulz 2008: süß-fruchtige, offene Nase. Am Gaumen herb, noch mit leichter Bitternote vom Holz, sehr füllig und vielschichtig. Braucht noch etwas Zeit auf der Flasche, sollte sich aber gut entwickeln. Ca. 12€ – 90 Punkte
Weingut Frühwirth:
Chardonnay Rosenberg 2008: In der Nase stark nach Erbsen, krautig; Am Gaumen unreif vegetabil, metallisch und unsauber. Gefällt nicht. Ca. €7,50 – 78 Punkte
SB Klassik 2008: Leicht und frisch, sehr floral: Hollerblüten, zum jung trinken. – 86 Punkte
Winkler-Hermaden:
SB Kirchleiten 2007: sehr verhaltene Nase, süßlich und üppig am Gaumen, etwas breit und etwas holzlastig. Wirkt nicht ganz harmonisch und sollte vielleicht noch etwas liegen – 87-88 Punkte
Hermada 2006: Cuvée aus Zweigelt/CS/Merlot. Herb, vegetabil, tabakig, derzeit wenig Frucht und viel Tannin. Vegetabiler Nachgeschmack. Die Stilistik muss man mögen. – 87-88 Punkte
Olivin 2006: seltsame Nase. Ausgesprochen grün-vegetabil am Gaumen. Sehr herb und tanninlastig. Derzeit ohne jede Balance. Hat mir schon auf der Jahrgansverkostung nicht wirklich gefallen. Diesmal noch weniger. Angesichts der hohen Bewertungen der österreichischen Profi-Verkoster ist dies wohl einfach nicht mein Stil. – 83 Punkte
Nun zum Burgenland:
Weingut Gager:
BF Fabian 2007: Nase penetrant nach Kuhmist. Am Gaumen eher leichtgewichtig, saftig, würzig, aber etwas breit und ohne individuelle Note. Durchaus Tannin vorhanden, das noch auf der Flasche reifen kann. – 86 Punkte
BF Vitikult 2007: Ebenfalls leichter Stinker in der Nase. Am Gaumen leicht, elegant, würzig und saftig, schöne Frische und Harmonie. Gelungen. – 88 Punkte
Quattro 2007: Sehr würzige und pfeffrige Nase. Am Gaumen saftige Fülle, mit viel geschmeidigen Tanninen, würzig und mit einer feinen Zwetschkennote. Gutes Potential. – 88-90 Punkte
Weingut Reumann J.M.:
BF Fabian 2007: leicht erdige, aber eher zurückhaltende Nase. Am Gaumen leichtgewichtig und frisch strukturiert, mit einer erdigen Note und dezenter Holzwürze untermalt. Gut. – 87-88+ Punkte
Phoenix 2006: Saftig, frisch und elegant; mit reifem, aber markantem Tannin. Leider im Nachgeschmack doch etwas verflachend. – 88 Punkte
Vinum sine nomine 2006: 95% Merlot, 5% CS; Saftig, mit gut eingebundener eleganter Holzwürze, weich und geschliffen, feines Tannin. Ein sehr guter österr. Merlot. – 89-90 Punkte
Weingut Kirnbauer:
BF Klassik 2007: Weich und süffig, ohne besondere Komplexität. Trinkreif. – 86 Punkte
BF Vitikult 2006: Tabakig-erdige Nase, aber am Gaumen fruchtig und sauber. Frisch, lebendige Säure, leichte Holzwürze. – 87 Punkte
Zweigelt Girmer 2007: etwas nichtssagende Stilistik, leichte Holzwürze, keine klar definierbare Frucht, durchaus Tannin, derzeit unausgewogen – 86 Punkte
Das Phantom 2007: würzig, füllig, pfeffrig, etwas hervorstechender Alkohol, noch viel rauhes Tannin. Braucht Zeit. Dürfte sehr gut werden. – 90 Punkte
Merlot 2006: geschmeidig, eher saftige Stilistik, würzig, leicht dominantes Holz, etwas herb im Nachgeschmack. – 88 Punkte
Weingut J. Heinrich:
BF Vitikult 2007: würzig, gefällig, harmonisch, feine und frische Kirschenfrucht mit eleganter Holznote untermalt. Sehr fein für den Preis. – 88-90 Punkte
Maestro 2007: In der Nase Kirschen und Zwetschken, Ein Hauch von Extrawurst. Am Gaumen eher wenig Gewicht, saftige Stilistik, sehr geschmeidig, recht wenig Tanninstruktur. Ein bisschen langweilig in der Aromatik. Eher was zum jung trinken. Mir gefällt der Vitikult da deutlich besser. – 87 Punkte
BF Goldberg Reserve 2007: dicht und saftig, mit toller Fülle, eleganter Tanninstruktur und präziser Frucht. Noch sehr viel Tannin und etwas dominanter Alkohol, aber in 3 Jahren vermutlich klasse. – 91 Punkte
Pinot Noir „Weißes Kreuz“ 2007: Kaffeenoten in der Nase. Am Gaumen sanft und geschmeidig, sehr elegant, passende erdige Note, bereits harmonisch und nicht ganz das Potential des PN von Prieler. Derzeit jedoch angenehmer zu trinken. – 89-90 Punkte
Terra’o’ 2007: erst heute gefüllt; Saftig und frisch, mit toller eleganter Holzwürze und präziser Brombeerfurcht. Fein. – 90 Punkte
Weingut Giefing:
Cavallo Pinot Noir 2006: leichtgewichtig, würzig und elegant, mit noch etwas fordernden Tanninen. – 88 Punkte
BF Reserve 2006: Schöne Blaufränkischfrucht mit Zwetschken und Brombeeren, saftig, verspielt, mit eleganter Holznote, sehr fein. – 90 Punkte
Weingut Paul Kerschbaum:
BF Hochäcker 2007: würzige noch holzbetonte Nase. Am Gaumen frische Weichselfrucht, leicht, würzig, noch etwas viel Holz, sehr frische, lebendige Stilistik, Durchaus Reifepotential. – 88 Punkte
BF Dürrau 2007: sehr alkoholische Nase, dahinter derzeit viel Holz, rauchig. Am Gaumen scharf und etwas brennend, saftig, leicht bis mittelgewichtig, reichlich Tannin. Derzeit sehr unharmonisch (allerdings auch frisch gefüllt). – 86 Punkte
Impressario 2007: Mundfüllend, würzig, fein eingebundenes Holz, schöne Schokonote, Viel Tannin und eine gewisse Herbe, dennoch frisch und saftig. Dürfte mit etwas Flaschenreife sehr gut werden. – 89-91 Punkte
Weingut Prieler:
Leithaberg 2006: würzig, tolle Fülle, sehr herb, dennoch elegant und frisch. Komplexe Aromatik beginnt sich zu entwickeln. Derzeit sehr forderndes Tannin. Großes Potential, aber vorerst am besten 3-5 Jahre im Keller „vergessen“. – 91 Punkte
Schützner Stein 2006: Intensive Zwetschkenfrucht in der Nase. Ausgesprochen elegant, saftig und würzig am Gaumen. Massig Tannin. Auch hier gilt 3-5 Jahre Lagerung Pflicht. – 91 Punkte
Pinot Noir 2006: Saftig, erdig, schokoladig, mit tabakigen Anklängen und schöner Holzwürze. Wow, wirklich tolle Komplexität. Derzeit jedoch auch eine Wand an Tannin. Nichts zum jung trinken. Tolles Potential. In 3-5 Jahren frühestens trinken. – 91 Punkte
Weingut Umathum/Zantho:
Zantho Zweigelt Reserve 2006: Stark oxidiert. Auch die zweite Flasche. Laut Standbetreuern, gab’s bei diesem Wein Probleme mit der Schwefelung. Das erklärt vielleicht auch die schlechten Bewertungen in Cellartracker, die so gar nicht zu den Lobeshymnen des Falstaff passen. Wer noch was hat, dringend austrinken oder wegschütten! – 60 Punkte
Umathum Heideboden 2007: saftig, frisch und leicht. Durchaus elegant. Etwas herb im Nachhall. – 87 Punkte
Umathum Hallebühl 2004: Leicht oxidative gereifte Zweigeltnote. Auch am Gaumen bereits oxodativ. Schade, der Wein dürfte mal sehr gut gewesen sein. Ausgesprochen füllig und komplex. Selbes Problem wie beim Zantho-Wein? – 84 Punkte
Weingut Weber (Lutzmannsburg):
BF Sonnberg DAC 2007: fruchtig frische Kirsch-Nase. Am Gaumen säurebetont, frisch und fruchtig, edle Holzwürze und saftige Kirschfrucht. Ein spaßiger Wein zum jungen Genuss. – 87-88
Composée 2006: frisch und würzig, mit präziser Säure, lebendig strukturiert, weich und rund, saftige Kirschfrucht, dezent eingesetzte Holznote. Schöner Trinkspaß. Bereits trinkreif. Um €8,50 ein tolles PLV und eine Empfehlung für all,e die Wein nicht groß lagern wollen/können. – 88-89 Punkte
Villa Nomine Lusmann 2006: Dunkle Beeren und schöne Würze in der Nase. Am Gaumen frisch und lebendig strukturiert, mit präziser Säure und reichlich Tannin. Gutes Potential. – 89 Punkte
Avus 2006: sehr dunkle Farbe. Elegante dunkelbeerige Brombeernase mit Kaffee und Schokonoten. Am Gaumen ungemein geschmeidig, stoffig, frisch und toll eingebundene Holzwürze. Sehr elegante Tanninstruktur. Großes Potential. – 91-92 Punkte