Alle Weine wurden blind verkostet ohne vorher bekannt zu sein.
Weingut Lentsch, Blaufränkisch Hoförtl, 2006 (Podersdorf):
Süße, würzige Sauerkirschfrucht in der Nase. Am Gaumen saftig und elegant, mit feiner Frucht und leichter Herbe. Geschmeidig, rund und delikat. So macht Blaufränkisch Spaß. - 87 Punkte (€4,70)
"1er"Wachter, Blaufränkisch Bründlgfangen, 2005 (Deutsch-Schützen:
Rustikalere Nase, wirkt etwas grün, dahinter Weichseln und Zwetschken. Am Gaumen eher eindimensional, recht herb und krautig, blutige Noten, etwas scharfe Säure. Es fehlt doch etwas an Balance. - 84 Punkte (ca. 5€)
Weingut Gmeiner, Blaufränkisch Novum, 2006 (Purbach)
Walderdbeeren und Kirschen dominieren Nase und Geschmack. Sehr fruchtbetont, saftig, stimmige Säurestruktur, leichtgewichtig und etwas nachgärend. Süffig und einfach, vielleicht etwas langweilig. - 84 Punkte (€6,50)
Weingut Eberherr, Blaufränkisch, 2006 (St. Margarethen):
Holzig unterlegte dunkle Früchte bestimmen die Nase. Am Gaumen entfaltet sich ein würziger und eleganter Wein, mit dezenter Vanillenote und dunkler Schoko. Recht dicht und trotzdem saftig mit reifen Kirschennoten und Brombeeranklängen. Überraschend füllig und komplex. Tolles PLV. - 89 Punkte (€ 6,50)
"1er" Wachter, Blaufränkisch Barrique, 2006 (Deutsch-Schützen):
Extrem dunkle Farbe. Tolle Komplexität in der Nase: dunkle Frucht, elegante Holzwürze, Pfeffer und nasse Wildpilze. Am Gaumen Brombeeren, reichlich Fruchtsüße, konzentriert, fast ins Marmeladige kippend, feine Holzwürze, rund und geschmeidig, dunkelfruchtiger-würziger Nachgeschmack. Im Abgang noch leicht trocknendes Tannin. Wirkt überraschend modern gemacht (Assoziationen an Scheiblhofer in der Gruppe). Dennoch sehr gut und mit Potential. - 88-89 Punkte (€ 9,50)
Kopfensteiner, Blaufränkisch Weinberg, 2005 (Deutsch-Schützen):
Sehr kräftige Stallnoten dominieren die Nase. Wirklich sehr unattraktiv. Am Gaumen dann aber saubere Aromen, ausgesprochen saftige, frischer Stil. Perfekt eingebundene Holznote, würzig, kirschig mit einem Hauch Brombeere. Wirkt noch sehr frisch und jugendlich. Welch ein stilistischer Kontrast zum Wein davor. Nur die unattraktive Nase verhindert eine bessere Bewertung. - 88 Punkte (€9,50)
Weingut Leberl, Blaufränkisch Reisbühel, 2002:
Dunkle Farbe, aber mit sichtbarem Ockerrand. Nase ist so gut wie nicht existent. Am Gaumen bereits deutlich oxidativ, aber mit feiner Holznote. Die Frucht ist so gut wie weg. Der Wein wirkt recht hohl und charakterlos. Scheint seine besten Zeiten bereits hinter sich zu haben. - 84 Punkte (€ 11,00)
Weingut Leberl, Blaufränkisch Reisbühel, 2006:
Schönes violett-purpur. Markant erdige, leicht stinkige Nase. Am Gaumen zurückhaltende Frucht, gute Struktur, aber insgesamt etwas leblos wirkend. Da fehlt mir die Frische. Hat eine sehr ähnliche Stilistik, wie der Wein zuvor. Die meisten Weinkritiker halten große Stücke auf diesen Wein, aber ich muss gestehen, ich seh das große Potential nicht. Ich rate sogar eher zum jung trinken. - 85 Punkte (€11,00)
Wieder, Blaufränkisch Bodigraben, 2004:
Dunkelrot, mit leichtem Ockerrand. Brombeerfrucht und Holzwürze in der Nase. Am Gaumen fruchtig (Kirschen und Brombeeren), würzig, Alkohol zieht leicht vor, Leder und dunkle Schokolade im Nachgeschmack. Die Tannine sind noch etwas spröde, bisher auch der tanninreichste Wein des Abends. Ernster Stil, gut strukturiert und dennoch frisch und rund. Sehr fein. Wirkt jetzt perfekt trinkreif. - 89 Punkte (€14,50)
Gmeiner, Blaufränkisch Antiquum, 2006:
Dezent erdige Nase, portig. Am Gaumen frische Minze (!), Kirschen und Kaffee. Dicht, Fruchtsüß, portig, Amaronenote, dennoch frisch und saftig, rund und durchaus bereits trinkreif. Die 16,5% (!) Alkohol sind überraschend gut weggesteckt. Ein stimmiger Winter-Wein. Gelungen. - 88 Punkte (€11,00)